Erkrankungen erkennen

 

Würmer
Viele Welpen kommen mit Spulwürmern zur Welt. Für die Gesundheit  Ihres Welpen ist es notwendig, diese Parasiten zu beseitigen. Ihr Tierarzt kann Ihrem Hund ein sicheres und wirksames Wurmmittel verschreiben. Erkundigen Sie sich, und sprechen Sie mit dem Tierarzt über das Wurmkur-Programm Ihres Welpen. Auch erwachsene Hunde können sich immer wieder mit Würmern infizieren. Ihr Tierarzt kann feststellen, wie hoch der Wurmbefall ist, welche Würmer vorhanden sind und welches Wurmmittel zu verabreichen ist. Die Wurmkur muss in einem bestimmten Abstand wiederholt werden, der sich nach der Wurmart richtet. Von einem regelmäßigen Entwurmen, dem sogenannten "Blindentwurmen", raten Tierärzte mittlerweile ab, weil damit die Widerstandsfähigkeit der Würmer gegenüber dem Wurmmittel erhöht wird.
 
Afterdrüsenentzündung

Die Anal- oder Afterdrüsen befinden sich in den Analbeuteln unterhalb des Afters. Durch Darmerkrankungen oder Verletzungen kann es zu einer Entzündung dieser Drüsen kommen, die sogar zur Abszessbildung führen kann. Durch Lecken, Beißen oder Kratzen in der Aftergegend oder auch durch das so genannte "Schlitten fahren"(Hintern am Boden entlang rutschen) versucht der Hund, sich von den Schmerzen zu befreien. Eine Afterdrüsenentzündung muss vom Tierarzt behandelt werden, der die Afterdrüsen leeren kann.
 
Durchfall

Von Durchfall spricht man beim Hund, wenn mehrmals hintereinander eine Darmentleerung in wässriger oder dünnbreiiger, oft schleimiger Form erfolgt. Er tritt als Folge von Vergiftungen, zum Beispiel durch verdorbenes Futter, Darmparasiten oder bei einer Schwächung des Allgemeinbefindens auf. Vor allem im Freien sollte man darauf achten, dass der Hund nicht alles frisst, was ihm vor die Nase kommt, denn oft handelt es sich dabei um Verdorbenes. Oftmals sogar Rattengift!
Lässt der Durchfall nicht nach, sollte der Tierarzt aufgesucht werden.
 
Darmblutung
Blut im Hundekot bitte Tierarzt aufsuchen. Ursache dafür können Fremdkörper, Geschwüre, Parasiten oder auch Vergiftungen sein. Helles Blut deutet auf eine Entzündung im Enddarm oder der Afterregion, zum Beispiel der Afterdrüsen, hin. Da Darmblutungen ein Hinweis auf schwere Erkrankungen wie Toxoplasmose und Leptospirose sein können, sollte unbedingt ein Tierarzt konsultiert werden.
 
Erbrechen
Eine mögliche Ursache für ein Erbrechen des Hundes ist, dass er sich überfressen hat, oder aber auch zu schnell gefressen hat. In diesem Fall erbricht er normalerweise nur einmal. Aber auch ein Fremdkörper in Rachen oder Hals kann den Würgereiz auslösen. Entfernt man diesen oder gelingt es dem Hund, ihn auszuspucken, verschwinden üblicherweise die Beschwerden. Vermehrtes Erbrechen sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. In diesem Fall sollte der Tierarzt aufgesucht werden um abzuklären, ob eine Erkrankung vorliegt.
 
Futterallergie
Heftiger Juckreiz am ganzen Körper kann durch Zusatzstoffe im Futter oder eine Eiweißallergie ausgelöst werden. Auch Hautentzündungen sind in diesem Zusammenhang möglich. Der Tierarzt vermag durch die Verordnung einer Spezialdiät den Allergieauslöser feststellen. Hält man sich an diese Diät und die Anweisungen des Tierarztes, kann der Juckreiz abheilen.
 
Fremdkörper
Zeigt der Hund ein ungewöhnlich ängstliches oder unruhiges Verhalten, kann es sein, dass er einen Fremdkörper in Form eines Steins, Knochenstücks oder Holzsplitters zu sich genommen hat. Befindet sich so ein Fremdkörper im Rachen oder in der Speiseröhre, reagiert der Hund mit Würgereiz oder Brechversuchen. Es sollte unbedingt verhindert werden, dass der Fremdkörper in den Magen oder Darm vordringt, denn dort kann er schwere Entzündungen bis zum Darmverschluss auslösen. Genauen Aufschluss über das Vorhandensein eines Fremdkörpers kann nur ein Röntgenbild geben.
 
Hautpilze
Hautpilze verursachen oft überhaupt keine Symptome, sind aber dennoch ansteckend, auch für den Menschen. Die Pilzsporen befinden sich im Fell, auf dem Lager und in der Luft. Manchmal äußert sich ein Pilzbefall durch Juckreiz oder Schuppenbildung. Hat man den Verdacht, dass der Hund mit einem Hautpilz infiziert ist, sollte man dem Tierarzt die nähere Diagnose überlassen.
 
Bakterielle Hautkrankheiten
Bakterien können sowohl Infektionen der Oberhaut als auch der tiefer liegenden Hautschichten verursachen. In der Oberhaut bilden sich besonders bei dickfelligen Rassen wie dem Deutschen Schäferhund oft nässende Ekzeme, ausgelöst durch kleine Verletzungen oder auch Allergien. Hautfalten, zum Beispiel an Lefzen und Rute, bilden ebenfalls eine gute Angriffsfläche für Bakterien. An diesen Stellen kann es zu eitrigen Entzündungen kommen, die man auch durch ihren üblen Geruch bemerkt. Faltige Haut, wie beispielsweise die der Bulldogge, ist anfällig für Eiterflechte und Akne. Erstere tritt vor allem am Bauch und an den Beinen auf, letztere beschränkt sich auf den Vorderkopf.
 
Milben
Die häufigste Milbenart ist die Ohrmilbe, die sich im Ohr des Tieres einnistet. Andere Milbenarten befallen die Haut. Die jeweils geeignete Behandlungsart muss vom Tierarzt festgelegt werden.
 
 
Ohrenentzündung beim Hund
Starker Juckreiz und Kopfschütteln Kratzen am Ohr, Rötung und Schwellung der Ohrmuschel, Austritt von übel riechendem Ohrschmalz, Verhaltensänderung (Hund zieht sich zurück, wirkt apathisch),

Bei chronischem Verlauf: Hörprobleme, Hörverlust
Oft verursacht durch Bakterien, Pilze Bakterien, Fremdkörper, Parasiten (Ohrmilben, Zecken), Allergien, starke Behaarung im Ohr, langer, enger Gehörgang, Verletzungen, Verletzung durch die Verwendung von Wattestäbchen
 
 
"INFEKTIONSKRANKHEITEN"
 
 
Tollwut
Tatsache ist, dass die Tollwut nach wie vor eine der gefährlichsten Virus¬infektionen für Mensch und Tier ist. Tollwut ist nicht heilbar. Empfänglich für die Krankheit sind alle warmblütigen Tiere. Die Hauptinfektionsquelle sind wild lebende Fleischfresser, in erster Linie Füchse. Tollwutviren werden von infizierten Tieren mit dem Speichel ausgeschieden. Bissverletzungen durch tollwut¬infizierte Tiere sind deshalb besonders gefährlich, weil das Virus über Wunden in den Körper gelangt, aber auch Hautverletzungen wie Schürfwunden sind mögliche Eintrittspforten. Deshalb sollten Sie auch unbedingt vermeiden, ?besonders zutrauliche Wildtiere" oder zum Beispiel einen überfahrenen Fuchs mit der bloßen Hand zu berühren. In typischen Fällen verläuft die Tollwut in drei Phasen. Das erste Anzeichen ist oft eine Verhaltensänderung scheue Tiere werden z.B.: zutraulich .Im weiteren Verlauf kann es zu Erregungszuständen und Aggressivität (Exzitationsstadium) und schließlich kurz vor dem Tod zu Lähmungen kommen. Häufig können die Tiere aufgrund der Lähmung nicht mehr schlucken, die Tiere speicheln und können nicht trinken. Da die Krankheits¬erscheinungen bei Tollwut sehr vielfältig sein können, muss dringend empfohlen werden, falls Sie selbst oder Ihr Hund Kontakt mit einem tollwutkranken oder verdächtigen Tier hatte, unverzüglich einen Arzt oder Tierarzt aufzusuchen. Geimpfte Hunde sind in diesem Fall rechtlich besser gestellt als ungeimpfte.
 
Staupe

Die Staupe ist eine der bekanntesten und gefürchtetsten Infektionskrankheiten der Hunde. Das Staupevirus kommt in allen Ländern mit Hundehaltung vor und ist auch hierzulande noch weit verbreitet. Ihr Hund kann sich nicht nur durch Kontakt mit einem anderen Hund anstecken. Gefahr droht vielmehr auch beim Waldspaziergang, weil z. B. Marder und Frettchen die Krankheit übertragen können. Die Viren werden von infizierten Tieren mit allen Körperflüssigkeiten ausgeschieden. Eine besondere Gefahr sind Tiere, die Erreger ausscheiden, ohne selbst Krankheitsanzeichen zu zeigen. Besonders Hundewelpen sind in den ersten Lebenswochen gefährdet, aber auch ältere Hunde können erkranken. Erste Krankheitsanzeichen treten etwa 1 Woche nach der Ansteckung auf. Sie beginnen mit hohem Fieber, Appetitlosigkeit und Mattigkeit. Begleitet werden die Symptome von anfänglich wässrig-klarem Augen- und Nasenausfluss, der im weiteren Verlauf dann zähflüssig-eitrig wird. Dieser Ausfluss ist in höchstem Maße ansteckend. Entweder unmittelbar anschließend, oder nach einer Phase der scheinbaren Erholung, können weitere Krankheitssymptome auftreten: Erbrechen, wässrig bis blutiger Durchfall, Husten, Atembeschwerden, Lungenentzündung (Lungenform der Staupe).
Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die sog. nervöse Form der Staupe. Dabei verursacht das Staupevirus Schädigungen im Gehirn. Dies äußert sich in psychischen Veränderungen, Zittern, Gleichgewichtsstörungen, Lähmungen und Krampfanfällen, vergleichbar dem Erscheinungsbild der Epilepsie. Der Schweregrad der verschiedenen Formen kann variieren. Die ?nervöse" Form endet jedoch praktisch immer tödlich bzw. erfordert, dass der Hund aus tierschützerischen Gründen eingeschläfert werden muss. Der Verlauf der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein und zu bleibenden Schäden führen, wie z. B. an den Zähnen (Staupegebiss) oder den Fußballen (Hard-Pad-Disease), häufig endet sie jedoch tödlich.
 
Leptospirose
Diese Infektionskrankheiten werden durch bestimmte Bakterien hervorgerufen und können sowohl Tiere als auch Menschen betreffen. Hunde jeder Altersgruppe sind für die Krankheiten empfänglich. Infizierte Hunde können Erreger über lange Zeit mit dem Urin ausscheiden. Daneben sind infizierte Ratten und Mäuse eine wichtige Infektionsquelle. jedoch muss der Hund nicht unbedingt direkten Kontakt mit diesen Tieren oder mit Artgenossen haben. Der Erreger kann nämlich über längere Zeit in Pfützen überleben, sodass sich Hunde, die daraus trinken, auch auf diesem Weg anstecken können.
Ein bis zwei Wochen nach der Infektion kommt es zur Erkrankung mit oft typischen, schwer zu deutenden Symptomen. In schweren Fällen beginnt die Krankheit mit plötzlicher Schwäche, Futter¬verweigerung, Erbrechen und Fieber. Atembeschwerden und vermehrter Durst sind ebenso wie häufiger Harnabsatz weitere Anzeichen. Bei manchen Hunden entwickelt sich eine Gelbsucht. Erkrankte Hunde erheben sich nur ungern und äußern Schmerzen bei Druck auf die Nierengegend. Das Überstehen der Krankheit kann chronische Nierenschäden hinterlassen.
 
Virushusten
Diese Erkrankung der Luftröhre und der Bronchien wird oft irreführend auch als Zwingerhusten bezeichnet. Der Grund dafür ist, dass zwar am häufigsten Hunde betroffen sind, die mit vielen anderen eng zusammenleben (z. B. im Zwinger, Tierheim, Hundesportplatz), grundsätzlich kann aber jeder Hund davon betroffen sein, der beim Auslauf mit Artgenossen in Kontakt kommt. Die Ansteckung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion. Die Ursache für den Husten sind bestimmte Virusarten. Bakterien können zu einem komplizierten Krankheitsverlauf mit Lungenentzündung beitragen. In seltensten Fällen besteht akute Lebensgefahr Gequälter, trockener Husten, der anfallsweise heftig bellend auftritt, beeinträchtigt aber das Allgemeinbefinden und die Leistungsfähigkeit der Hunde außerordentlich. Überall wo viele Hunde zusammenkommen, verbreitet sich der Husten sehr rasch.
 
Ehrlichiose/ Borreliose/ Babesios

Diese Krankheiten werden ausschließlich von Zecken übertragen. Ehrlichiose- und Babesiose-Erreger stammen zwar aus südlichen, warmen Ländern, breiten sich aber immer mehr auch in Mitteleuropa aus. Bei den Erregern handelt es sich um Blutparasiten, die sich in den weißen Blutkörperchen vermehren und schwerwiegende Erkrankungen mit hohem Fieber und Apathie bis hin zu Lähmungserscheinungen auslösen. Der effektivste Schutz vor diesen Krankheiten ist die Abwehr von Zecken mit Hilfe von Sprays, Zeckenhalsbändern oder aber auch Zeckenmittel vom Tierarzt. Unbehandelt führen Ehrlichiose und Babesiose oft zum Tod. Die Borreliose verursacht wie beim Menschen Gelenkentzündungen und kann im fortgeschrittenen Stadium auch die Organe schädigen. Gegen diesen Erreger existiert mittlerweile ein Impfstoff. Neben der Vorbeugung durch Zeckenhalsbänder oder Anti-Zecken-Ampullen sollte  man das Tier immer wieder auch nach Zecken absuchen. Hat sich eine Zecke im Fell oder in der Haut festgesetzt, sollte man sie so schnell wie möglich entfernen, damit sie möglichst wenige Erreger abgeben kann. Am besten benützt man dazu eine spezielle Zeckenzange, mit deren Hilfe man die gesamte Zecke samt Kopf problemlos entfernen kann. Danach sollte man die Einstichstelle einige Zeit lang auf Veränderungen beobachten.